Die Zeit, 14.9.2000
Flexibel per Gesetz:
Der Arbeitsminister plant einen Rechtsanspruch auf Teilzeit. Das bringt
die Arbeitgeber auf die Barrikaden (Auszug)
Bis heute zeigen sich die allermeisten Chefs sperrig, wenn MitarbeiterInnen
ihre Arbeitszeit verkürzen wollen. Doch es gibt auch Unternehmen,
die Teilzeitarbeit fördern und damit gute Erfahrungen machen - vom
Pharmakonzern Schering bis zum kleinen Software-Produzenten Comet Computer
GmbH, wo zwei Drittel der rund 60 MitarbeiterInnen nicht die volle Stundenzahl
arbeiten. "Das kommt dem Arbeitsklima zugute. Die Leute kommunizieren
mehr. Und weil sie selbstbestimmter arbeiten, fühlen sie sich eher
verantwortlich", sagt Chefin Sissi Closs. Zwar musste sie einen zusätzlichen
Arbeitsplatz für die Koordination einrichten. Aber: "Das zahlt sich
trotzdem aus." Allerdings: Die Unternehmensgründerin hatte sich freiwillig
dazu entschlossen, Teilzeitarbeit zu ermöglichen. Und sie konnte
gemeinsam mit ihren Angestellten jeweils nach einem praktikablen Weg suchen.
Jetzt aber sollen die Arbeitgeber jedem Wunsch nach individueller Arbeitszeit
nachkommen, sofern nicht besonders triftige Gründe dagegenstehen.
Solch eine Vorschrift sieht man selbst beim Teilzeit-Verfechter Comet
Computer GbmH skeptisch.
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